Neun Tage lang in drei Boxringen gleichzeitig, kämpften 82 Nationen in Bangkok/Thailand um die WM im Thai-Boxen, übertragen vom thailändischen Fernsehen. Mit dabei waren die zwei amtierenden Deutschen Meister Timo Joos und Mohesen Moradian vom Thai-Box Club Singen. Es wurde nach den Richtlinien des Internationalen Olympischen Komitee (IOC) gekämpft, was bedeutete, dass die Kämpfer in Turnierform und mit Schutzausrüstung kämpften.
Timo und Mohesen reisten schon am 8. November nach Thailand um sich zusammen mit ihrem Trainer Ralf Hasenohr im Pinsinchai Gym in Lampang/Nordthailand intensiv auf die WM vorzubereiten. Am 25. November ging dann die Reise vom Norden Richtung Süden nach Bangkok, wo dann am 26. November die Registration, der Medical Check, das Weight In, die Dopingkontrolle, das Drawing, usw. für die WM stattfanden. Am 27. Nov gingen dann nach der Eröffnungszeremonie die Kämpfe los.
Timo Joos kämpfte sich bis ins Viertelfinale, nachdem er sogar die starke Thai-Box Nation Kasachstan im Achtelfinale problemlos eliminieren konnte. Im Viertelfinale gegen Schweden wurde er jedoch durch die Punkterichter mit einem krassen Fehlurteil gestoppt: Die ersten drei Runden gingen eigentlich klar an Timo Joos, lediglich die vierte Runde ging an den Schweden, die Punkterichter bewerteten es leider anders. Hätte er den Kampf gegen Schweden auch noch gewonnen, dann wäre ihm die Bronzemedaille schon mal sicher gewesen.
Auch Mohesen Moradian zeigte Weltklasseleistungen und kämpfte sich trotz Verletzung siegreich bis ins Achtelfinale wo er aufgrund der Verletzung, die von Kampf zu Kampf schlimmer wurde, dann leider aufhören musste.
Auch wenn beide Singener Kämpfer knapp an Medaillen vorbeigingen, zeigten sie Eindrücklich, dass sie auf allerhöchstem Weltklasseniveau sind. Obwohl beide Kämpfer für eine WM-Teilnahme noch relativ jung sind, haben sie Gegner mit einer vielfach höheren Kampferfahrung besiegen können. Selbst gegen starke Nationen, wo die Kämpfer im Gegensatz zu Deutschland riesengrosse staatliche Förderungen bekommen, konnten sie locker mithalten und waren technisch sogar besser. Das Erreichen der Viertel- und Achtelfinale kann man somit als grossen Erfolg bewerten.
Ralf Hasenohr, der Leiter des Thai-Box Club Singen, der sein Trainerwissen ständig auf den neuesten Stand bringt, nutzte auch dieses Mal wieder die Reise nach Thailand aus, um sich bei seinem Lehrer, Grandmaster Amnat Pooksrisuk, intensiv weiterzubilden: Er nutzte in Bangkok während und nach der WM jede freie Minute, um sich bei General Amnat im Privatunterricht als Trainer fortzubilden. Grandmaster Amnat ist in der thailändischen Armee zuständig für die Ausbildung im Muay Boran, dem traditionellen Muay Thai.
Auch während dem Aufenthalt in Lampang im Pinsinchai-Gym nutzte Ralf Hasenohr neben der Vorbereitung seiner Kämpfer zur WM, die restliche Zeit um mit Master Burklerk und Master Khanok intensiv zu trainieren.















