Hubert Romankiewicz vom Thai-Box Club Singen kämpfte auf der WM 2004 in Thailand

In Bangkok/Thailand fanden im November die Weltmeisterschaften 2004 im Thai-Boxen statt, an der 69 Nationen mit über 700 Teilnehmern teilnahmen. Die Veranstaltung wurde täglich live im thailändischen Fernsehen auf verschiedenen Fernsehsendern übertragen. Darüber hinaus wurde die WM in einigen anderen Ländern der Welt im TV übertragen, was ein Beweiss dafür ist, dass das Thai-Boxen auch ausserhalb Thailands immer mehr Akzeptanz bei den Medien findet.

Hart erkämpfte Qualifikation

Hubert Romankiewicz, vom Thai-Box Club Singen, ist in seiner Gewichtsklasse bis 67.- kg zur Zeit Deutschlands erfolgreichster Kämpfer. Die Teilnahmeberichtigung um überhaupt auf der WM in Thailand starten zu dürfen, musste er sich sehr hart erkämpfen. Denn für die WM-Qualifikation zählt nicht nur die Leistung auf der Deutschen Meisterschaft, sondern es werden alle Kämpfe vom ganzen Jahr bewertet. Nach jedem Kampf erhalten die Athleten Ranglistenpunkte die in ein Punktesystem eingegeben werden, auf Grund dieses Punktesystems wird die Deutsche Rangliste berechnet. Nur die Ranglistenersten in jeder Gewichtsklasse durften auf der Weltmeisterschaft in Thailand starten. Hubert Romankiewicz ist seit fast 2 Jahren ununterbrochen auf dem ersten Platz der Deutschen Rangliste und kämpfte schon letztes Jahr auf der WM in Thailand.

Romankiewicz startete in der höchsten Leistungsklasse

Die Athleten wurden auf der WM in zwei Leistungsklassen eingeteilt, einer A- und B-Division. Hubert Romankiewicz wurde in Thailand in die A-Klasse, also der höchsten Leistungsstufe eingeteilt. Gekämpft wurde in Turnierform nach dem KO System, das heisst, wer gewinnt kommt weiter, wer verliert scheidet aus. Um auch im Finale noch unverletzt antreten zu können, muss auf solchen Meisterschaften eine Schutzausrüstung, die aus Kopfschutz, Körper- und Schienbeinschutz sowie Ellenbogenschoner besteht, getragen werden. Anders ist es bei Profi-Galas, an denen die Kämpfer nur einen Kampf bestreiten und deshalb ohne Schutzausrüstung kämpfen dürfen. Romankiewicz schied in den Vorkämpfen trotz hervorragenden Leistungen durch eine knappe und umstrittene Punkteniederlage gegen Tschechien aus.

Auch wenn er sich nicht bis in die Finalkämpfe hoch kämpfen konnte, ist alleine schon die Qualifikation und die Teilnahme an der Weltmeisterschaft eine äusserst hohe Auszeichnung. Für Romankiewicz war es auf jeden Fall eine enorme Bereicherung auf so einer WM zu kämpfen, was ihn ein grosses Stück nach vorne brachte. Auf solchen hochkarätigen internationalen Turnieren, wie diese WM, auf der die besten Thai-Boxer der Welt auf einander treffen kann man immer wieder riesengrosse Erfahrungen sammeln, die von unschätzbarem Wert sind.

Mit dabei: Sein Trainer Ralf Hasenohr

Ebenfalls mit nach Thailand gereist war Ralf Hasenohr , der Leiter des Thai-Box Club Singen der auf sämtlichen Wettkämpfen immer mit dabei ist, um seine Kämpfer zu betreuen und zu coachen. Ralf Hasenohr kann auf eine enorm grosse Erfahrung als Wettkampf-Trainer zurückblicken. Er bringt sein Trainerwissen ständig auf den neuesten Stand und nutzte auch dieses Mal wieder die Reise nach Thailand aus, um sich intensiv weiterzubilden. Er trainierte dort in verschiedenen Muay Thai Gyms mit verschiedenen Profikämpfern und Profitrainern und nahm ausserdem täglich Fortbildungsunterricht in der Kampfkunst Muay Boran bei Grandmaster Amnat Pooksrisuk. Grandmaster Amnat ist in der Royal Thai Army Ausbilder für Muay Boran, der traditionellen Form des Thai-Boxens und gehört in Thailand zu den anerkannten Grössen dieser alten thailändischen Kampfkunst. Das Muay-Boran beinhaltet die alten Muay-Thai Techniken, aus der Zeit, als noch ohne Boxhandschuhe, ohne Gewichtsklassen und nahezu ohne Regeln gekämpft wurde. Colonel Amnat war auch Mitglied des Organisationskomitees der Weltmeisterschaft.

 

Hochkarätiges Organisationskomitee

Weitere Mitglieder des Organisationskomitee waren unter anderem der Chairman des Board of Boxing Sport of Thailand, der Präsident des World Muaythai Council, der Präsident der Amateur Muaythai Association of Thailand, der Präsident der Professional Boxing Associatin of Thailand, die Manager der höchsten Profi-Thai Box Stadien Thailands (Rajadamndern Stadion, Lumpinee Stadion, Channel 7 Stadion, Rangsit Stadion, Siam (Om-noi) Stadion) und viele weitere hohe Persönlichkeiten aus Thailand.

Zum Advisory Board der WM gehörten unter anderem General Picitr ( Privy Councilor of His Majaesty The King of Thailand), Dr. Santiparb (Governor of Sport Authority of Thailand) und Gerneral Yutthasak (President of National Olympic Comitee of Thailand)

Welch hohen Stellenwert das Thai-Boxen mittlerweile bekommen hat, konnte man auch daran sehen, dass berühmte Ehrengäste aus aller Welt auf der WM anwesend waren, unter anderem auch ein Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees.

Extrem hohe Leistungsdichte

Das internationale Leistungsniveau im Thai-Boxen ist in den letzten Jahren explosionsartig angestiegen wie in kaum einer anderen Kampfsportart. Die Leistungsdichte in dieser harten Vollkontaktkampfsportart wird immer höher, was man auch dieses Jahr auf der WM wieder mehr als deutlich sah. Das Thai-Boxen, das schon im Jahre 1998 vom Thailändischen Olympischen Komitee anerkannt wurde und 1999 vom Olympic Council of Asia, hat auch mittlerweile in vielen Nationen ausserhalb Asiens die Anerkennung vom Nationalen Olympischen Komitee erhalten. In einigen Ländern haben selbst die Amateure hochprofessionelle Trainingsbedingungen, das heisst zum Beispiel das die Kämpfer nichts arbeiten müssen, sechs mal pro Woche zweimal täglich Training haben, usw. Es gibt Nationen, die reisen schon vier Wochen vor der WM nach Thailand, um sich optimal vorzubereiten.

In Deutschland sind die Bedingungen zwar bei weitem noch nicht so hoch, wie in manch anderen Ländern, trotzdem kann Hubert Romankiewicz auch auf Internationaler Ebene gut mitmischen. Das hat er mehr als deutlich bewiesen, als er fünf Tage vor der WM noch einen Profi-Kampf gegen den vorher noch unbesiegten Jason Ligeon vom Vos Gym Holland bestritten hat. Romankiewicz konnte diesen Kampf ganz klar nach Punkten gewinnen. Bei diesem Kampf wurde nach Profi-Regeln, das heisst ohne Schutzausrüstung gekämpft.

Ukraine erfolgreichste Mannschaft

Erfolgreichste Mannschaft auf der WM war die Ukraine, die insgesamt fünf Athleten in die Medaillenränge brachte. Dahinter folgten Thailand und Frankreich mit jeweils vier Athleten auf dem Treppchen.

Thai-Boxen bald olympisch?

Ein grosses Ziel, das man sich in Thailand gesteckt hat, ist die weltweite olympische Anerkennung des Thai-Boxens. Ohne Zweifel ist das Thai-Boxen eine der athletischsten und spektakulärsten Sportarten überhaupt und die ganze Welt wartet auf die Olympische Anerkennung dieser faszinierenden Sportart. Dafür wurden in Thailand im Rahmen der WM Meetings veranstaltet, an denen auch Mitglieder des Nationalen und Internationalen Komitee teilnahmen. Dass man diesem Ziel schon ein grosses Stück näher gekommen ist, beweisst auch die Tatsache, dass das Muay-Thai bei den Asian Games und See Games mit dabei ist und dass das Thai-Boxen mittlerweile in etlichen Ländern vom Nationalen Olympischen Komitee anerkannt wurde. Nächstes Jahr wird das Thai-Boxen auch bei den Indoor Asian Games mit dabei sein.

Thai-Boxen gegen Drogen

Die Weltmeisterschaft wurde mit einer Anti-Drogen Kampagne verbunden und stand unter dem Motto „Against Drugs Festival“ (Anti-Drogen–Festival). Längst hat man erkannt, dass Sport eines der wirksamsten Mittel in der Drogenprävention darstellt. Um das weltweite Drogenproblem in den Griff zu bekommen, müssen den Jugendlichen sinnvolle Alternativen geboten werden, wobei der Sport eine sehr wichtige Bedeutung bei der Vermeidung von Drogenkonsum darstellt. Die Sportart „Thai-Boxen“ eignet sich ohne Zweifel hervorragend im Kampf gegen Drogen, da das Thai-Boxen zu einem gesunden Lebensstil erzieht, ein positives Körpergefühl und Selbstdisziplin vermittelt und ein positiver Einfluss auf die Persönlichkeitsbildung hat.

 

 


Eröffnunsfeier


Romankiewicz im Angriff


Romankiewicz trifft mit Halbkreistritt (Dae Dat)


Ralf Hasenohr auf dem World Muay-Thai Seminar, das am 7. Nov in Bangkok im Rahmen der WM stattfand. Die Referenten des Seminars waren:
- General Chetta Thanajaro (President World MUAYTHAI Council)
- Dr Sakchye Tapsuwan (President IFMA)
- Dr. Santiparb Tejavanija (Governor Sport Authority of Thailand, Executive board member Olympic Committee of Asia)
- Dr. Nat Indrapana (Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees)


Harte Kämpfe während der WM


Die WM- Arena gleicht einem Hexenkessel


Das Deutsche Team beim Training im Windy-Camp Bangkok

 


Hubert Romankiewicz vom Thai-Box Club Singen und Stefan Reiter vom Chorakee Gym Trier


Romankiewicz blockt einem Highkickangriff (Dae Dawat) ab.


Hubert Romankiewicz mit seinem Trainer Ralf Hasenohr


Hubert Romankiewicz beim Einmarsch in die WM-Arena


Hubert Romankiewicz hochkonzentriert


Das Fehlureil gegen Romankiewicz (Die dafür zuständigen Punkterichter wurden nach weiteren Fehlurteilen, nachdem sich der Präsident der I.F.M.A. einschaltete, aus dem Kampfgericht entlassen, jedoch zu spät für den Singener Kämpfer)